Stereotaxie – stereotaktische Konvergenzbestrahlungen

Unter stereotaktischen Bestrahlungen versteht man Hochpräzisionsbestrahlungen die über ein stereotaktisches Koordinationssystem dreidimensional geplant werden. Immer häufiger werden mit diesem Begriff aber auch Präzisionsbestrahlungen bezeichnet die durch eine primäre Computertomographie- oder Kernspintomographie-basierte 3-D-Bestrahlungsplanung erfolgen und über bildgebende Lagekontrollen und -korrekturen am Bestrahlungsgerät millimetergenaue Bestrahlungen zulassen.





Soll ein kleiner Tumor oder eine Metastase sehr genau bestrahlt werden bieten beide Verfahren die technische Grundlage ganz exakt hohe lokale Dosen einzustrahlen unter bestmöglicher Schonung umliegender Gewebe. Dies reduziert das Risiko potentieller Nebenwirkungen an benachbarten Strukturen und Organen.


Kann die Bestrahlung mit einer sehr hohen Dosis auf eine einmalige Sitzung beschränkt werden spricht man sogar von Radiochirurgie, da dies dem lokalen Effekt einer Operation nahe kommt. Als stereotaktisch fraktionierte Bestrahlung bezeichnet man Hochpräzisionsbestrahlungen die über mehrere Sitzungen (meist einmal täglich, fünf mal wöchentlich) erfolgen.

An der Charité stehen insgesamt 4 Linearbeschleuniger zur stereotaktischen Konvergenzbestrahlung zur Verfügung. Am Campus Benjamin Franklin zwei Beschleuniger der Firma Varian (u.a. Trilogy®), am Campus Virchow-Klinikum ein Beschleuniger der Firma Accuray (Cyberknife®) und ein Beschleuniger der Firma Brainlab (Novalis®).
An beiden Standorten erfolgen die Hochpräzisionsbestrahlungen bildgestützt über Cone-Beam-CT oder orthogonale kV/kV-Aufnahmen.
Indikationen für Höchpräzisionsbestrahlungen können bestehen bei:

  • Hirnmetastasen
  • Akustikusneurinomen (vestibuläre Schwanome)
  • Meningeomen (Keilbeinflügelmeningeome, Optikusscheidenmeningeome, andere)
  • Glomustumoren
  • Kraniopharyngeomen
  • Rezidiven maligner Gliome
  • andere