Ganzkörperbestrahlung

Eine Strahlenexposition des gesamten Körpers ist lebensgefährlich, da schon geringe Strahlendosen eine Schädigung des Knochenmarks verursachen und abhängig von der Dosis eine irreversible Schädigung des blutbildenden Systems. Ab einer Ganzkörperdosis von 4 Gy ist ein Überleben nur mit intensivmedizinischen Maßnahmen und einer  Stammzelltransplantation möglich.

Dieses Prinzip verfolgt man bei manchen Leukämien und Lymphomen therapeutisch im Rahmen der Konditionierung vor einer Knochenmarkstransplantation in Kombination mit einer Chemotherapie. Das Ziel ist alle Leukämie- und Lymphomzellen, aber auch das körpereigene Knochenmark dabei zu zerstören um das Anwachsen der Spenderzellen zu ermöglichen. Diese sollen dann die Blutbildung und die Immunabwehr übernehmen. Als allogene Transplantation wird dabei die Übertragung „fremder“ Stammzellen bezeichnet, als autologe Transplantation die Übertragung eigener Stammzellen.

Die Therapie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Bereich für Knochenmarkstransplantation von Frau Prof. Dr. Arnold der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie am Campus Virchow der Charité.


In unserer Klinik wird nach einer genauen Bestrahlungsplanung die Bestrahlung im Sitzen durchgeführt („Berliner-Stuhl-Technik“) um den gesamten Körper mit einem Bestrahlungsfeld zu erfassen. Großer Wert wird dabei auf eine teilweise Schonung der strahlenempfindlichen Lunge gelegt.


Die Dosis der Ganzkörperbestrahlung ist abhängig vom gewählten Therapieregime und beträgt meist insgesamt 4 – 12 Gy wobei die einzelnen Bestrahlungen mit 2 Gy erfolgen. Typisch ist eine 2 mal tägliche Bestrahlung über insgesamt 3 Tage.

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Stat. 50 | Allogene Stammzell-Transplantation

Univ.-Prof. Dr. med.
Renate Arnold
t: +49 30 450 553 395