Das Hyperthermie-Zentrum der Charité Berlin

Die Hyperthermie ist eine wärmebasierte Behandlungsmethode gegen Krebs, die die üblichen Standardtherapien

  • Chemotherapie,
  • Strahlentherapie oder
  • Strahlen-Chemotherapie

in ihrer lokalen Wirksamkeit verbessern kann. Das Hyperthermie-Zentrum der Charité hat die Entwicklung der klinischen Hyperthermie während der letzten 20 Jahre wesentlich mitgeprägt.

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Was ist Hyperthermie?

Die Hyperthermie ist eine wärmebasierte Behandlungsmethode gegen Krebs, die die üblichen Standardtherapien wie

in ihrer lokalen Wirksamkeit verbessern kann.

Grundsätzlich kann die Hyperthermie immer dann sinnvoll eingesetzt werden, wenn die üblichen Therapieschemata in ihrer erwarteten Wirksamkeit unbefriedigend sind oder wegen strahlentherapeutischer Vorbehandlungen Dosiskompromisse eingegangen werden müssen, die eine Wirkungsverstärkung mit der Hyperthermie notwendig machen.

Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin hat während der letzten 20 Jahre die Entwicklung der klinischen Hyperthermie wesentlich mitgeprägt und verfügt über umfängliche Erfahrung, so dass heute eine gut verträgliche und wirksame Behandlung zur Wirkungsverstärkung einer Strahlentherapie und/oder Chemotherapie angeboten werden kann.

Hyperthermie an der Charité

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Volker Budach im Interview
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Volker Budach, Direktor der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie
Prof. Dr. med. Peter Wust
Prof. Dr. med. Peter Wust gibt Einblicke in die Anfänge der Hyperthermie
Dr. Pirus Ghadjar im Interview
PD Dr. med. Pirus Ghadjar, Koordinator des Hyperthermie-Zentrums

Hyperthermie kurz erklärt

Die Hyperthermie ist eine wärmebasierte Behandlungsmethode gegen Krebs, die stets gemeinsam mit Strahlentherapie und/oder Chemotherapie eingesetzt werden sollte. Denn sie führt dazu, dass  Strahlentherapie und Chemotherapie besser wirksam sind.

Erst ab einer Temperatur von etwa 43°C kann Wärme auch direkt zellabtötend wirken. Da diese hohen Temperaturen nicht überall in den tumorbefallenen Bereichen erreicht werden, nutzt man den sensibilisierenden Effekt der Hyperthermie aus.

So können sich Tumorzellen bei höherer Temperatur schlechter von den Zellschäden erholen, die durch Strahlen- oder Chemotherapie verursacht wurden. Dieser strahlen- und chemosensibilisierende Effekt setzt bereits ab Temperaturen von etwa  40°C ein.

Zudem steigert die zunehmende Durchblutung einerseits auch die Anflutung der Medikamente im Tumor, andererseits kommt es durch die bessere Sauerstoffversorgung zu einer verstärkten Strahlentherapiewirkung.

Insbesondere bei lokal fortgeschrittenen ausgedehnten Tumoren verspricht man sich von der zusätzlichen Hyperthermie im Rahmen einer multimodalen Krebstherapie einen Vorteil. Hier basiert der Einsatz der Hyperthermie auf bestimmten strahlenbiologischen Grundlagen:

  • Ausgedehnte Tumoren sind normalerweise im Zentrum schlecht durchblutet, so dass durch Sauerstoffmangel und fehlende Nährstoffversorgung einzelne Tumoranteile absterben können. In diesen Arealen wirkt die Strahlentherapie deutlich schlechter (bis zu einem Faktor von 2,8) und die in unmittelbarer Umgebung dieser abgestorbenen Tumoranteile liegenden Zellen sind strahlenresistent.
  • Im Gegensatz dazu ist im Randbereich von Tumoren die Durchblutung und damit auch Sauerstoff- und Nährstoffversorung gut, so dass hier die Tumorzellen durch die Strahlen- und/oder Chemotherapie vernichtet werden können. Die Hyperthermie erwärmt selektiv die schlecht durchbluteten zentralen Tumoranteile und kann hier sogar bei Temperaturen von über 43°C direkt zellenabtötend wirken, da eine Abkühlung des Tumorzentrums durch fehlenden Wärmeabtransport durch z.B. eine intakte Durchblutung fehlt.
  • In den Randbereichen der Tumoren mit guter Durchblutung werden typischerweise nicht so hohe Temperaturen erreicht, da die eingestrahlte Wärme durch Gegenregulation der Blutgefäße vom Blut aufgenommen wird und über den Blutstrom (Konvektion) abgeführt wird. Hier sollte jedoch die Strahlen- und/oder Chemotherapie schon alleine ausreichend wirksam sein.

Somit entwickeln Hyperthermie, Strahlen- und Chemotherapie eine selektive Wirkung am Tumor und ergänzen sich hoch effektiv.

Bei der regionalen Tiefenhyperthermie wird die gezielte Überwärmung von Tumoren auf etwa 40-44°C mittels eingestrahlter elektromagnetischer Radiowellen erreicht. Diese Therapiemethode wird an der CharitéUniversitätsmedizin Berlin seit 1988 in Kombination mit Strahlentherapie und/oder Chemotherapie eingesetzt.

Hyperthermie in den Medien