Organmetastasen (Lunge, Leber, Nebenniere)

Sie befinden sich hier:

Hintergrundinformationen, Symptome und Ursachen

Als Metastase wird die Absiedlung eines bösartigen Tumors in entferntes Gewebe bezeichnet. Hierzu haben sich entartete Zellen eines Tumors (z.B. eines Brustkrebses, Lungenkrebses, Darmkrebses) gelöst und sich in Lunge, Nebenniere oder Leber eingenistet, wodurch eine Lungen-, Nebennieren-, oder Lebermetastase entsteht.

•  Lungenmetastasen werden häufig zufällig entdeckt, da der Patient lange Zeit keinerlei Beschwerden hat. Da sich bei vielen Tumorarten Metastasen in der Lunge bilden können, wird die Lunge bei Krebserkrankungen regelmäßig auf erkranktes Gewebe untersucht. Anzeichen für Metastasen in der Lunge können ständiges Husten, Atemnot oder Schmerzen in der Brust sein.

•  Lebermetastasen sind viel häufiger als primäre Lebertumoren. Typischerweise entstammen Lebermetastasen aus Karzinomen des Dickdarms, der Lunge, der Brustdrüse, des Magens oder des Pankreas. Lebermetastasen machen sich erst spät bemerkbar. Typische Symptome sind Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Gelbsucht oder auffällige Leberwerte als Zeichen einer Leberfunktionsstörung.

• Nebennieren sind den Nieren aufgelagerte Drüsen, die unter anderem für die Adrenalinproduktion und -ausschüttung zuständig sind. Da diese Drüsen gut durchblutet sind, dienen sie oft der Einnistung von Metastasen. Nebennierenmetastasen werden häufig im Rahmen der Ausbreitungsdiagnostik beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom entdeckt, aber auch viele andere Tumore können Nebennierenmetastasen verursachen.

Weiterführende Diagnostik

Metastasen werden oft durch eine Computertomografie (CT) diagnostiziert. PET-CT oder MRT ergänzen die Bildgebung je nach Fragestellung. Eine Ultraschalluntersuchung gibt schnell und einfach Auskunft über die Lage und Ausdehnung bei Lebermetastasen. Wenn bildgebend der Verdacht auf eine Metastasierung besteht, kann eine Probeentnahme (Biopsie) zu histologischen Sicherung notwenig sein. Bei der Behandlung von Metastasen sind die Ausbreitung der Erkrankung sowie die gesundheitliche Gesamtsituation von großer Bedeutung.

Behandlungsoptionen

Die Behandlung von Metastasen richtet sich vor allem nach dem zugrunde liegenden Haupttumor. Häufig veranlassen Ärzte eine systemische Therapie (Chemotherapie, zielgerichtete Therapie „targeted therapy“). Eine Operation wird in Abhängigkeit von der Lage und Anzahl der Metastasen durchgeführt. Insbesondere bei Lebermetastasen gibt es eine Vielzahl weiterer lokalablativer Verfahren wie die Radiofrequenzablation. Häufig kommen auch Verfahren der Strahlentherapie zum Einsatz, wie beispielweise die Stereotaxie und Cyberknife-Radiochirurgie. Beide Verfahren ermöglichen eine präzise Bestrahlung mit hohen Dosen unter Schonung des umliegenden Gewebes. 

Cyberknife-Radiochirurgie

Das Cyberknife-System kann Metastasen, die zuvor mit einem kleinen Goldmarker versehen wurden, während der Behandlung in Echtzeit orten. Dadurch können wirksame Strahlendosen mit höchster Genauigkeit appliziert werden. Bei etwas größeren Metastasen der Lunge (> 2,5 cm) und günstiger Lage (im Oberlappen, nicht verdeckt von Herz oder Wirbelsäule) erkennt das System den Tumor auch ohne vorherige Markerimplantation. Das Synchrony Respiratory Tracking System verfolgt die Tumorbewegung, während der Patient normal atmet, und stellt den Strahlenkopf entsprechend ein. Die Atembewegung des Patienten wird erfasst und mit der Bewegung des Tumors abgeglichen. Der Patient kann während der Cyberknife-Behandlung bequem liegen und normal atmen und muss nicht den Atem anhalten oder komplexe Atemmanöver durchführen. Die Systemgenauigkeit für bewegliche Ziele liegt im Millimeterbereich, so dass die Strahlendosis unter Schonung des angrenzenden gesunden Gewebes zielgenau in den Tumor abgeben werden kann.