Cyberknife-Behandlung für die Leber

Eine chirurgische Entfernung des Lebertumors ist die Therapie der ersten Wahl. Das Cyberknife-System bietet eine minimal-invasive Alternative für die lokale Leberbehandlung.

Wenn die Operation aufgrund eines schlechten Allgemeinzustandes nicht durchführbar ist oder der Patient eine Operation ablehnt, werden die Radiofrequenzablation, die Brachytherapie oder selektive, interne Radiotherapie, die Chemoembolisation sowie die Strahlentherapie als stereotaktisch geführte Bestrahlung eingesetzt.

 

 

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Cyberknife-Behandlung für die Leber

Welche Tumorarten gibt es?

Primäre, also in der Leber entstandene Leberzellkarzinome entwickeln sich aus entarteten Leberzellen und werden auch als hepato-zelluläre Karzinome bezeichnet.

Einige Lebertumore sind gutartig, da sie nicht in andere Teile des Körpers streuen oder umliegendes Gewebe zerstören.

Lebermetastasen, die aus entarteten Zellen anderer Karzinome über die Blut- oder Lymphbahnen in Leber entwickeln, sind viel häufiger als primäre Lebertumoren. Typischerweise entstammen Lebermetastasen aus Karzinomen des Dickdarms, der Lunge, der Brustdrüse, des Magens oder des Pankreas.

Wie wird ein Lebertumor festgestellt?

Typische Symptome sind Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Gelbsucht oder Fieber. In der Blutuntersuchung lassen sich auffällige Leberwerte als Zeichen einer Leberfunktionsstörung nachweisen.

Eine Ultraschalluntersuchung gibt schnell und einfach Auskunft über die Lage und Ausdehnung eines Lebertumors. PET-CT oder MRT ergänzen die Bildgebung je nach Fragestellung. Eine Lebertumorbiopsie ist ultraschall-geführt einfach durchführbar und gibt Aufschluss über die Diagnose. Wenn es sich um eine Metastase handelt, wird eine Primärtumorsuche und ein Staging zur Bestimmung der Ausbreitung der Erkrankung angeschlossen.

Wie werden Lebertumore behandelt?

Wurde ein Lebertumor festgestellt und die feingewebliche Diagnose sowie das Stadium der Erkrankung bestimmt, muß die passende Behandlungsoption aus den verschiedenen Therapieverfahren ausgewählt werden. Im Frühstadium können kleine Läsionen chirurgisch entfernt werden. Ziel ist es, den gesamten Tumor bzw. alle Metastasen zu entfernen. Als Alternative kommen verschiedene lokale Therapieverfahren zur Anwendung, je nach Lage, Größe und Anzahl der Tumore oder Metastasen. Die radiochirurgische Behandlung mit dem Cyberknife eignet sich besonders für kleine Tumore oder Metastasen unter 3 cm Durchmesser. Bestenfalls liegt nur eine bis höchstens drei Läsionen vor.

In einigen Fällen kann in einer Transplantationsoperation die gesamte Leber entfernt und durch eine Spenderleber ersetzt werden. Bei fortgeschrittenem Leberkrebs wird eine Chemotherapie häufig kombiniert mit den oben genannten lokalen Verfahren eingesetzt.

Chirurgie:

Die Leberchirurgie ist das Behandlungsverfahren der Wahl für lokale Lebertumoren, die auf einen Teil der Leber begrenzt sind. Bei der Leberteilresektion wird über einen Bauchschnitt das tumortragende Teilstück der Leber samt Sicherheitssaum entfernt. Die operative Behandlung ist bei lokal begrenzter Erkrankung sinnvoll.

Leider können nur 20 bis 30 Prozent der Patienten oder Patientinnen operiert werden, da das Karzinom oft zu weit fortgeschritten ist und die Leberfunktion stark reduziert ist. Außerdem besteht ein erhöhtes Operationsrisiko bei Eingriffen an der Leber.

Strahlentherapie:

Um die Mitbestrahlung des gesunden Gewebes zum Ausgleich der Tumorbewegung zu reduzieren, wurden Techniken wie Gating, Atemanhalten und Bauchpressen zur Kompensation bzw. Verringerung der atemabhängigen Tumorbewegung entwickelt. So kann der Sicherheitssaum um den Tumor verkleinert werden.

In der Strahlentherapie wird der Tumor sowie ein Teil des angrenzenden gesunden Gewebes in das Bestrahlungsfeld eingeschlossen. Dies ist erforderlich, um die atmungsbedingte Tumorbewegung auszugleichen und eine ausreichend hohe Dosis im Tumor zu deponieren. Damit sich das angrenzende gesunde Gewebe erholen kann, wird die Gesamtdosis über mehrere Tage bzw. Wochen in kleinen Einzeldosen (Fraktionen) eingestrahlt.

Gating, Atemanhaltetechniken und Bauchpresse reduzieren die atmungsbedingte Ungenauigkeit der herkömmlichen Bestrahlung, so daß in nur drei bis fünf Sitzungen höhere Strahlendosen verabreicht werden können (stereotaktische Körper-Radiotherapie, SBRT). Diese gezieltere Art der Behandlung hat sich als effektiver erwiesen, da wegen der Schonung des umliegenden gesunden Gewebes die Tumordosis erhöht werden konnte. Obwohl durch die SBRT mehr gesundes Lebergewebe geschont werden kann, sind dennoch relativ große Sicherheitsgrenzen um die Tumoren erforderlich, um sicherzustellen, dass eine ausreichende Tumordosis erreicht wird und die Ungenauigkeiten bei Gating, Bauchpresse oder Atemanhaltetechniken ausgeglichen werden.

Radiochirurgie:

Das Cyberknife-System kann Lebertumoren, die zuvor mit einem kleinen Goldmarker versehen wurden, während der Behandlung in Echtzeit orten. Dadurch können wirksame Strahlendosen mit höchster Genauigkeit appliziert werden. Das Synchrony Respiratory Tracking System verfolgt die Tumorbewegung, während der Patient normal atmet, und stellt den Strahlenkopf entsprechend ein. Die Atembewegung des Brustkorbs wird erfasst und mit der Bewegung des Tumors abgeglichen. Der Patient kann während der Cyberknife-Behandlung ohne Rahmen bequem liegen und normal atmen und muss nicht den Atem anhalten oder komplexe Atemmanöver durchführen. Die Systemgenauigkeit für bewegliche Ziele liegt im Millimeterbereich, so daß die Strahlendosis unter Schonung des angrenzenden gesunden Gewebes zielgenau in den Tumor abgeben werden kann.

Chemotherapie:

Eine Chemotherapie ist bei Lebermetastasen und fortgeschrittenem Leberkarzinom angezeigt, da es sich um bereits ausgedehnte und nicht mehr lokal begrenzte Erkrankungen handelt. Oft wird sie kombiniert nach einer Operation oder vor einer Strahlentherapie eingesetzt. Die Chemotherapie wirkt auf den gesamten Körper, so daß Nebenwirkungen wie Übelkeit, Müdigkeit oder Gewichtsverlust auftreten können. Das hepatozelluläre Karzinom als primäres Leberkarzinom ist relativ resistent gegenüber jedweder Chemotherapie. Bei Lebermetastasen werden, je nach Grunderkrankung und Histologie, etwas bessere Ergebnisse erzielt.

Wie behandelt das Cyberknife Lebertumore?

Die Behandlung von Lebertumoren stellt eine Herausforderung dar, weil sich Lebertumoren wie auch Lungentumore mit der Atmung bewegen. Zudem ist das angrenzende Lebergewebe besonders empfindlich. Die stereotaktische Radiochirurgie ermöglicht es, hohe Strahlendosen in primäre Lebertumoren oder Lebermetastasen abzugeben, vorausgesetzt die Position des Tumors kann während der Behandlung ausreichend genau identifiziert werden. Das Positions-Röntgen-System des Cyberknife kann Lebertumore, die mit einem kleinen Goldmarker markiert sind, erkennen und so die einzelnen Strahlen gezielt im Tumor platzieren, ohne das umliegende gesunde Gewebe zu schädigen. Der Patient kann während der Behandlung frei atmen. Aufgrund der Präzision kann die Gesamt-Strahlendosis innerhalb von einer bis fünf Sitzungen appliziert werden.

Als zusätzlicher Behandlungsschritt wird zur Vorbereitung ein kleiner Goldstift von 5 mm Länge am Tumor platziert. Die Prozedur wird in lokaler Betäubung der Haut unter CT-Durchleuchtung oder ultraschallgesteuert durchgeführt.Das Bildortungssystem des Cyberknife verwendet diese Marker als Bezugspunkte zur Identifizierung der exakten Lage des Tumors während der Behandlung.

Im Anschluss an die Markerimplantation wird das Planungs-CT und ggf. ein Planungs-MRT angefertigt. Danach wird der Behandlungsplan erstellt, was mehrere Tage in Anspruch nehmen kann.

Der Patient kommt erst wieder zur Behandlung ambulant ins Charité Cyberknife-Zentrum. Zur Aufzeichnung der Atembewegungen bekommt der Patient eine spezielle Weste, die er während des Planungs-CT und der Behandlung trägt. Diese mit Leuchtdioden versehen Weste ermöglicht dem Roboter, Brustkorbbewegung und Atemmuster mit der Tumorposition zu korrelieren. So können die Tumorbewegungen genauestens verfolgt werden. Jeder einzelne Strahl wird sicher und gezielt abgegeben, da der Roboter den Bestrahlungskopf während der Atmung exakt mitführt.