Cyberknife-Behandlung für die Kopfregion

Die Radiochirurgie wurde anfangs für die Behandlung im Kopfbereich entwickelt. Sie bietet eine nicht-invasive Alternative zur Hirntumorchirurgie, wenn aufgrund der Lage der Läsion oder des Allgemeinzustandes des Patienten eine offene Operation mit erhöhtem Risiko verbunden oder nicht möglich ist.

Auch gutartige Geschwüre und andere Erkrankungen wie die Trigeminusneuralgie und arterio-venöse Malformationen (AVM) können behandelt werden.

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Cyberknife-Behandlung für Kopf, Hals, Gehirn, Schädelbasis

Welche Tumorarten gibt es?

Gehirntumore werden durch ein abnormales Wachstum von entarteten Zellen im Gehirn verursacht. Wenn dieser Zellhaufen vom hirneigenen Gewebe ausgeht, wird er als primärer Gehirntumor bezeichnet.

Wenn es sich um Zellen handelt, die von einem anderen Körperteil wie zum Beispiel der Lunge oder der Brustdrüse über die Blutbahn in das Gehirn gestreut haben, spricht man von einer Metastase. Hirnmetastasen sind die häufigste Ursache für eine Gewebe-Neubildung (Tumor) im Gehirn.

Primäre Gehirntumoren

Die primären Gehirntumore werden wiederum je nach Herkunft der Zellen unterschieden. Es gibt Meningiome, Hypophysenadenome, Schwannome und Gliome, die in Astrozytome, Ependymome, Medulloblastome und Oligodendrogliome eingeteilt werden. Die Art primärer Gehirntumore richten sich danach, aus welcher normalen Gehirnzellenart sich der Tumor entwickelt hat. Jede Tumorart hat ihre einzigartigen Eigenschaften. Gliome machen 40 Prozent aller primären Gehirntumore aus. Sie breiten sich jedoch nicht vom Gehirn in andere Körperbereiche aus. Die aggressivste Art eines Glioms ist das Glioblastoma multiforme (WHO Grad IV, Einteilung der Welt-Gesundheitsorganisation).

Hirnmetastasen (sekundäre Hirntumore)

Hirnmetastasen bilden sich, wenn Tumorzellen aus anderen Körperbereichen durch den Blutstrom oder über das Nervenwasser (Liquor) eingeschwemmt werden. Diese Zellen stammen oft aus Tumoren der Lunge, der Brust, der Haut oder dem Dickdarm.
Sowohl primäre Hirntumore als auch Hirnmetastasen können auf funktionelle Bereiche des Hirngewebes und auf Nerven im Kopf drücken, so dass es zu Seh- oder Hörstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Sprach- und Gedächtnisstörungen, Schmerzen oder epileptischen Anfällen kommen kann.

Wie wird ein Hirntumor festgestellt?

Patienten mit Gehirntumoren können durch zunehmende Kopfschmerzen, epileptische Anfälle und andere neurologische Störungen auffallen. Eine Verdachtsdiagnose wird mittels bildgebender Verfahren gestellt. Dafür stehen die Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) zur Verfügung. Wenn sich in der Bildgebung der Verdacht auf einen Tumor ergibt, sollten unter Umständen weitere Untersuchungen erfolgen, um den Tumortyp zu bestimmen und die richtige Behandlung für den Patienten einzuleiten.

Wie werden Hirntumoren behandelt?

Für die Tumortherapie stehen verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung, die einzeln oder in Kombination eingesetzt werden, um eine höhere Wirksamkeit zu erzielen.

Neurochirurgie:

Wenn ein Tumor gut zugänglich ist und nicht innerhalb besonders kritischer Hirnstrukturen liegt, ist die operative Entfernung in der Regel die Behandlungsmethode der ersten Wahl.

Die mikrochirurgische Operation kommt bei primären Hirntumoren wie dem Glioblastom, bei Hirnmetastasen und bei gutartigen Tumoren zum Einsatz. Bei bösartigen (malignen) Tumoren wird anschließend ein Teilbereich oder das gesamte Gehirn strahlentherapeutisch behandelt, um mikroskopisch kleine Tumorteile zu zerstören. Zur Erhöhung der Wirksamkeit kann die Bestrahlung mit einer Chemotherapie kombiniert werden.

Strahlentherapie:

Wenn mehr als fünf Hirnmetastasen gleichzeitig auftreten, sollte das gesamte Gehirn bestrahlt werden. Diese Strahlenbehandlung erfordert 11 bis 40 Sitzungen über zwei bis sechs Wochen. Das gesunde Gehirngewebe reagiert auf geringe Strahlendosen weniger empfindlich als die Tumorzellen, so dass die gesunden Gehirnzellen nur minimal beeinträchtigt werden.

Bei Patienten mit einer begrenzten Anzahl von kleinen Hirnmetastasen kann die Radiochirurgie eine Behandlungsoption darstellen.


Chemotherapie:

Eine Chemotherapie ist eine in Tablettenform oder über die Vene verabreichte medikamentöse Therapie. Sie wirkt sich sowohl auf das gesunde Gewebe als auch auf die Krebszellen aus, weshalb Nebenwirkungen wie Übelkeit, Infektionen, Müdigkeit oder Gewichtsverlust auftreten können. Die Chemotherapie wird oft in Kombination mit anderen Therapiearten verabreicht. Zum Beispiel kann sie nach der Bestrahlung des gesamten Gehirns eingesetzt werden, um sowohl auf die Hirnmetastasen als auch auf das bösartige Gewebe außerhalb des Hirns einzuwirken, von dem die Metastasen ausgegangen sind.


Radiochirurgie:

Über die letzten 25 Jahre hat sich die Radiochirurgie als Alternative zur operativen Therapie etabliert. Im Unterschied zur Strahlentherapie, bei der geringe Strahlendosen über mehrere Wochen verabreicht werden, kann die Radiochirurgie einen Tumor in einer bis fünf Sitzungen ausschalten, indem eine hohe Strahlendosis mit extremer Genauigkeit aus verschiedenen Einstrahlrichtungen abgegeben wird. Hunderte einzelner Strahlen werden aus verschiedenen Winkeln auf den Tumor gerichtet. Durch dieses Prinzip der kann der Tumor mit einer hohen Strahlendosis behandelt werden, ohne das angrenzende gesunden Gewebe zu schädigen. Um die erforderliche Genauigkeit sicherzustellen, muss bei einigen radiochirurgischen Geräten ein fester, stereotaktischer Rahmen am Kopf des Patienten angeschraubt werden, um die Position des Tumors zu bestimmen.

Das bildgeführte CyberKnife-System macht einen stereotaktischen Rahmen überflüssig. Aufgrund seiner exakten Steuerung erreicht es die gleiche Präzision.

Wie arbeitet das Cyberknife im Kopfbereich?

Das Cyberknife-System erreicht dank seiner Bildkontrolle und -führung auch ohne fest fixierten, stereotaktischen Rahmen eine sehr hohe Genauigkeit im Submillimeterbereich. Das System kann nahezu in Echtzeit die Position des Schädelknochens mittels Röntgenaufnahmen feststellen und in Bezug zum zuvor angefertigten Planungs-CT setzen. Über 25.000 Patienten mit Hirntumoren und anderen intrakraniellen Läsionen wurden bereits erfolgreich mit dem Cyberknife-System behandelt. Es wird entweder allein oder in Kombination mit anderen Therapiemethoden wie Chemotherapie, Operation oder Strahlentherapie eingesetzt.
Die Hirntumorbehandlung mit dem Cyberknife setzt ein Team aus verschiedenen Spezialisten voraus. Dazu gehören:

  • ein Neurochirurg mit Erfahrung in der Radiochirurgie
  • ein Strahlentherapeut
  • ein Medizinphysiker
  • medizin-technisches Assistenzpersonal

Nach Abschluss der Cyberknife-Behandlung finden regelmäßige Nachuntersuchungen statt. Dabei werden aktueller Gesundheitszustand, Veränderungen des Tumors und die Lebensqualität des Patienten beurteilt. Das Ansprechen von Tumoren auf die Strahlenbehandlung variiert je nach Tumorart und Patient. Die Beurteilung des Heilungsverlaufs sollte unbedingt von einem der behandelnden Ärzte erfolgen, der Erfahrung in der Beurteilung von radiologischen Bildern nach radiochirurgischer Behandlung besitzt. Denn im Verlauf kann es zu einer Größenzunahme des Tumors durch Schwellung kommen, was nicht als Misserfolg der Bestrahlung fehlgedeutet werden darf.

Bei Fragen oder neuen Beschwerden, die mit Ihrer Behandlung zusammenhängen könnten, sollten Sie immer an Ihren behandelnden Arzt oder Ärztin des Charité Cyberknife-Zentrums wenden.