[Englische Übersetzung] Prostatakrebs - Prostatakarzinom

[Englische Übersetzung] Das Prostatakarzinom ist die häufigste Tumorerkrankung bei Männern oberhalb des 65. Lebensjahres. In Deutschland ist etwa jeder 10. Mann betroffen, wobei das Auftreten stark altersabhängig ist. So kommt es bei unter 40jährigen nur extrem selten vor und ist bei über 90-jährigen fast immer zu finden.

Behandlungsmöglichkeiten

Das therapeutische Vorgehen beim Prostatakarzinom wird durch zahlreiche Kriterien beeinflusst. Grundsätzlich stehen als mögliche Behandlungsoptionen zur Verfügung:

  • [Englische Übersetzung] Operation,
  • Bestrahlung,
  • Hormontherapie,
  • aktives Zuwarten („active surveillance“),
  • Chemotherapie,
  • Kombinationen der genannten Behandlungen und
  • andere, oft experimentelle Therapieformen.

[Englische Übersetzung]
Beim lokal begrenzten Prostatakarzinom zum Beispiel sind die Ergebnisse von Operation oder Strahlentherapie gleich gut. Bei wenig aggressiven Tumoren kann aber auch ein aktives Zuwarten ohne Behandlung die richtige Strategie sein.

Die individuelle Entscheidung über das Vorgehen sollte nach ausführlicher Beratung erfolgen. Diese obliegt primär dem Urologen der die Erkrankung festgestellt hat. Zweitmeinungen bei den jeweiligen Spezialisten sind hilfreich, gerade wenn mehrere gleichwertige Behandlungsmöglichkeiten in Frage kommen. Hierbei kann man auch nähere Informationen über mögliche therapieassoziierte Begleiterscheinungen (Nebenwirkungen) erhalten und individuell einschätzen.

Im Jahre 2001 wurde hierzu an der Charité am Campus Benjamin Franklin die bundesweit erste interdisziplinäre Prostatakrebs-Sprechstunde etabliert. Hier wird der Patient gemeinsam von einem Urologen und einem Strahlentherapeuten in seiner individuellen Situation beraten. Dies ist mittlerweile auch am Standort Mitte der Charité möglich. Mehr erfahren Sie hier.

2007 und 2008 erfolgt die campusübergreifende Zertifizierung der Charité zum anerkannten Prostatakarzinom-Zentrum der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG). Dies gewährleistet die leitliniengerechte Behandlung der etwa 1.000 jährlich in der Charité vorstelligen Patienten mit Prostatakrebs.

[Englische Übersetzung]


Bild:
Computertomographischer Querschnitt im Becken mit Darstellung der Dosisverteilung einer intensitätsmodulierten Rotations-Bestrahlungstechnik beim Prostatakarzinom. Die rote Farbe repräsentiert das Areal höchster Dosis.

[Englische Übersetzung] Die Rolle der Strahlentherapie im therapeutischen Gesamtkonzept

Alleinige Bestrahlung:
Als kurative (heilende) Therapie hat sich als Alternative zur Radikaloperation die Strahlentherapie bewährt.

Bestrahlung nach Operation:
Auch nach einer Radikaloperation kann die anschließende Strahlentherapie sinnvoll sein. Dies erscheint insbesondere bei lokal fortgeschrittenen Tumoren einen positiven Einfluss auf das rezidivfreie Überleben zu haben. Der Vorteil einer postoperativen adjuvanten Bestrahlung bei lokal fortgeschrittenen Tumoren oder positiven Schnitträndern wurde durch multizentrische Studien bestätigt. Eine davon (ARO 96-02) wurde über unserer Klinik 1997 initiiert, die Ergebnisse 2005 veröffentlicht (Wiegel et al. 2005 J Clin Oncol).

Bestrahlung bei PSA-Rezidiv nach Operation:
Kommt es nach einer Radikaloperation zum erneuten PSA-Anstieg (biochemisches Rezidiv), sollte eine Strahlentherapie erfolgen die immer noch zur Heilung führen kann. Die Auswertung unserer Patienten und auch anderer Autoren zeigen, dass die Bestrahlung möglichst schon bei PSA-Werten von unter 0,5 ng/ml begonnen werden sollte.

Kombination aus Bestrahlung und Hormontherapie:
Bei gewissen Risikofaktoren erscheint die Kombination mit einer Hormontherapie empfehlenswert. Dabei hängt die Empfehlung des Zeitraumes von den verschiedenen Tumorcharakteristika ab.

Ablauf der Strahlentherapie und Bestrahlungstechniken

Am häufigsten wird die perkutane Bestrahlung durchgeführt. Durch einen Linearbeschleuniger erzeugte Photonenstrahlung wird von außen auf das Zielgebiet gerichtet und durch mehrere Bestrahlungsfelder oder eine Rotationsbestrahlung fokussiert.
Zur Planung der 3D-geplanten perkutanen Strahlentherapie dient eine Computertomografie (CT) in Rückenlage etwa eine Woche vor Therapiebeginn.
Bei der intensitätsmodulierten Strahlentherapie (IMRT) als Weiterentwicklung der perkutanen Bestrahlung, kann die Nebenwirkungsrate gesenkt werden. In manchen Stadien kann aber auch ohne Erhöhung der Rate an Nebenwirkungen die Gesamtdosis gesteigert werden.
Abhängig von der Tumorkonstellation sind bei der perkutanen Strahlentherapie zwischen 35 und mehr als 40 Sitzungen erforderlich. Der Behandlungszeitraum erstreckt sich bei fünf Bestrahlungen pro Woche über etwa acht Wochen. Die tägliche Behandlungszeit beträgt nur wenige Minuten.

Bei Erfüllung gewisser Kriterien kommt im Frühstadium alternativ zur Bestrahlung von außen auch die interstitielle Brachytherapie mit Implantation von radioaktiven Strahlern (Jod- oder Palladium-Seeds) in Frage. Diese verbleiben in der Prostata und sind z.B. im Röntgenbild sichtbar.

[Englische Übersetzung] Mögliche therapieassoziierte Beschwerden
Akutnebenwirkungen (Beschwerden während oder wenige Wochen nach Beendigung der Bestrahlung) sind üblicherweise nur geringgradig ausgeprägt. Im Vordergrund stehen dabei eine Blasen- und Enddarmreizung mit verstärktem Harn- oder Stuhldrang. Wesentlich seltener kann es zum Brennen beim Wasserlassen kommen oder zu Schleim- oder Blutabgängen über den Enddarm. Diese Symptome klingen in der Regel 2 bis 6 Wochen nach Beendigung der Strahlentherapie vollständig ab. Mit Verbesserung der Bestrahlungstechnik (3D-Planung) sind stärker ausgeprägte Spätfolgen wie chronische Blasen- und Enddarmreizung selten geworden. Das Risiko beträgt 0 bis 3%. Eine Potenzminderung ist langfristig bei bis zu 40% der Patienten zu erwarten und kann medikamentös behandelt werden.

[Englische Übersetzung] Aktuelle Entwicklungen in der Strahlentherapie des Prostatakarzinoms
Da die Prostata im Becken relativ mobil ist und bei unterschiedlichen Darmfüllungszuständen eine Lagevariabilität von zum Teil über einem Zentimeter aufweist wird die Prostata mit einem einberechneten Sicherheitssaum bestrahlt. Es wird ein zu bestrahlendes Volumen festgelegt in dem sich die Prostata befindet. Kann man diesen Saum verkleinern, würde auch das Risiko von Nebenwirkungen sinken, da sich geringere Anteile z.B. von Blase und Darm im Bestrahlungsvolumen befänden. Diese Verkleinerung des Sicherheitssaums ist aber nur möglich wenn man während jeder Bestrahlung genau die Lage der Prostata bestimmen kann.
Letzteres ist über eine Computertomographie am Bestrahlungsgerät (Cone-Beam-CT) oder über orthogonale Röntgenaufnahmen nach Implantation von Lokalisationsmarker (fiducial marker) in die Prostata möglich („On Board Imaging“ - OBI). Diese Techniken ermöglichen dann auch eine sichere Dosiseskalation, also eine Erhöhung der Bestrahlungsdosis im Tumor.

[Englische Übersetzung]

 

 

 

 

 


Frontale Röntgen-Verifikationsaufnahme mit Darstellung implantierter Gold-Lokalisationsmarker zur genauen Lagerungskontrolle und -korrektur.

[Englische Übersetzung]

In einer großen deutschen Studie werden derzeit beim lokal begrenztem Prostatakarzinom die Stellenwerte der vier mögliche Strategien (Aktives Zuwarten, Operation, perkutane Strahlentherapie, Interstitielle Brachytherapie) untersucht (Préfère-Studie).
Eine andere Studie beschäftigt sich mit dem Wert einer zusätzlichen Bestrahlung der Lymphabflusswege im Becken bei Nachweis von 1-2 befallenen Lymphknoten im Rahmen der Prostataoperation (ART-2-Studie).

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