[Englische Übersetzung] HNO-Tumoren

[Englische Übersetzung] Bösartige Tumoren im Hals-Nasen-Ohren-Bereich können aus den verschiedensten Geweben und Organen hervorgehen. Hauptrisikofaktoren sind Rauchen und Alkohol aber auch virale Kofaktoren (EBV, HPV 16).

Am häufigsten sind Karzinome der Gaumenmandeln (Tonsillenkarzinom), des Kehlkopfes (Larynxkarzinom), der Mund- und Rachenspeichelhaut (Pharynxkarzinome). Seltene Tumoren gehen von den Speicheldrüsen (Parotiskarzinom), der Nasenrachenschleimhaut (Nasopharynxkarzinom), den Riechzellen (Ästhesioneuroblastom), des Gehörganges oder anderen Lokalisationen aus.

Als erste Symptome gelten Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder unklare Schwellungen am Hals. Gelegentlich führt ein zahnärztlicher Zufallsbefund zu weiteren Untersuchungen und zur Diagnose einer bösartigen Wucherung an Zunge, Rachen oder Zahnfleisch.

Wichtigste therapeutische Maßnahmen sind dann Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie.

[Englische Übersetzung] Rolle der Strahlentherapie im therapeutischen Gesamtkonzept
Eine Bestrahlung kann einer Operation folgen (postoperativ, adjuvant) oder allein als heilende (kurative) oder lindernde (palliative) Behandlung durchgeführt werden.

Deutliche Fortschritte im Sinne verbesserter Heilungsraten erzielte man bei verschiedenen Tumorkonstellationen in den vergangenen Jahren durch die Kombination von Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie.

In der inoperablen Situation oder bei organerhaltendem Therapieansatz wird oftmals eine Strahlentherapie mit einer Chemotherapie oder mit der Gabe von Antikörpern kombiniert um bessere Ergebnisse zu erzielen. Der Tumorsituation entsprechend kann die medikamentöse Therapie der Bestrahlung vorausgehen (Induktion), gleichzeitig (simultan) und/oder im Anschluss der Bestrahlung (adjuvant) erfolgen.

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Dosisverteilung einer intensitätsmodulierten perkutanen Bestrahlung in 
Rotationstechnik (Rapid-Arc®). Farbliche Darstellung unterschiedlicher Dosisintensitäten abhängig von der anatomischen Risikokonstellation im Lymphabfluss.

[Englische Übersetzung] Ablauf der Strahlentherapie

Um eine präzise Bestrahlung zu garantieren wird aus einem thermoplastischen Kunststoffnetz eine Maske hergestellt, die den Kopf während der Behandlung fixiert. 

Mit dieser Maske wird dann eine Bestrahlungsplanungs-Computertomographie in Rückenlage durchgeführt. In allen Schnittbildern werden die Zielvolumina und Risikoorgane definiert um so nach dreidimensionaler Rekonstruktion die optimale Bestrahlungstechnik und Dosisverteilung zu berechnen. Weitere Untersuchungen wie die Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT) oder die Positronenemissionstomographie (PET) können ebenfalls unmittelbar in den Planungsvorgang einbezogen werden.

 

[Englische Übersetzung]Zur Bestrahlung wird man entsprechend der Planungs-CT in Rückenlage positioniert. Abhängig von der Tumorkonstellation und der adjuvanten, definitiven oder palliativen Situation dauert die Behandlung insgesamt mehrere Wochen. An fünf Tagen pro Woche erfolgt die Bestrahlung mit zumeist einer, selten zwei Bestrahlungssitzungen (Fraktionen) pro Tag.

Während einer Sitzung wird aus mehreren Richtungen nacheinander bestrahlt, so dass eine tägliche Behandlungszeit von etwa 10 Minuten resultiert, wobei die reine Strahlzeit jeweils nur einen Bruchteil ausmacht.

Die Therapie ist meist von zu Hause aus möglich (ambulant), so daß tägliche Fahrten zur Klinik erforderlich sind. Durch die Kooperation mit onkologischen Schwerpunktpraxen ist auch eine gleichzeitige Chemotherapie ambulant möglich. Sollte eine stationäre Behandlung erforderlich sein, steht die Station 16A unserer Klinik mit 24 Betten zur Verfügung.

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Kernspinomographie eines Patienten mit einem Tumor der Gaumenmandel und des weichen Gaumens mit genauer Darstellung der anatomischen Verhältnisse.

[Englische Übersetzung]

Mögliche therapieassoziierte Beschwerden
Die Nebenwirkungen der Strahlentherapie in der Kopf-Hals-Region sind zum Teil sehr ausgeprägt. Ursache hierfür ist hauptsächlich die Strahlenempfindlichkeit der Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich. Die resultierende Entzündung, oft beginnend in der dritten Therapiewoche, kann die Schluckfähigkeit wesentlich beeinträchtigen, so daß vorübergehend eine zusätzliche z.T. auch alleinige Ernährung über hochkalorische Ersatznahrung erforderlich sein kann. Wenn dies bereits vor Einleitung der Therapie zu erwarten ist, ist die prophylaktische Anlage einer Ernährungssonde zu empfehlen. Diese sichert dann die adäquate Ernährung über den Therapiezeitraum hinaus, bis eine ausreichende Nahrungsaufnahme über den Mund wieder möglich ist.

Das Geschmacksempfinden ändert sich häufig im Therapieverlauf bis hin zur Geschmacklosigkeit mit langsamer Erholung in den Wochen nach Therapieabschluß (Dysgeusie).

Speicheldrüsen weisen eine niedrige Strahlentoleranz auf, was zu Beginn zu einer veränderten Konsistenz und zu vermehrter Speichelproduktion führt (zäher Speichel), später dann aber nahezu irreversibel zur bleibenden Funktionsbeeinträchtigung mit resultierenden trockenen Mundschleimhäuten (Xerostomie).

Zähne können durch den direkten Einfluß der Bestrahlung geschädigt werden, aber auch indirekt durch den fehlenden Speichel, der ja bei normaler Produktion eine relevante Schutzfunktion bietet. Vor Einleitung einer Strahlentherapie ist daher eine zahnärztliche Kontrolle erforderlich, ggf. eine Zahnsanierung mit Entfernung nicht mehr erhaltungswürdiger Zähne. Eine sich anschließende sorgfältige Zahnpflege mit regelmäßiger Fluoridierung ist zu empfehlen.

Eine Strahlentherapie kann langfristig zu Verhärtungen des Unterhautbindegewebes führen (Fibrose), zu Einschränkungen des Lymphabflusses (Lymphödem) unter dem Kinn, an den Wangen und am Hals.

Die Haut im bestrahlten Areal beginnt sich meist in der dritten Woche zu röten, was im weiteren Verlauf bis hin zu feuchten Hautreaktionen führen kann (Erythem Grad III).

Eine adäquate lokale Pflege der Haut und Schleimhäute ist essentiell und Gegenstand der ärztlichen und pflegerischen Betreuung während der Strahlentherapie. Neben der Tumorbehandlung nimmt die supportive, ergänzende Behandlung einen ebenso wichtigen Stellenwert während und nach der Therapie ein.